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Mudder 17.10.2007 10:46

Diskussion: Barrierefreiheit
 
Vorweg: Es gibt schon ein Haufen Themen wo Fragen zu Schriftarten, CSS, JS und Co verfasst wurden. Doch ich möchte mit dem Thread einmal fragen wie weit Ihr überhaupt auf so etwas achtet bzw was ihr für Sinnvoll haltet. Hab jedenfalls kein anderen Thread gefunden.

Bei CSS mehrere Schriftarten angeben dürfte ja das geringste Problem sein. Doch bei der Frage ob man eine Seite überhaupt noch CSS-frei "kompatibel" gestaltet würden die meisten wohl aufgeben müssen. Auch ob man auf Dinge wie Web-Farben oder Daher einmal die Frage an Euch: Auf was achtet Ihr bei Euren Seiten überhaupt (noch)?


Persönlich: Ich achte eigentlich nur auf eine Kompatibilität von >=IE6, FF und Opera. Meine Barrierefrei-Variante sieht so aus das ich die Seite tunlichst in die dafür vorgesehenen HTML-Elemente packe und diese dann mit CSS entsprechend "umgestallte". Ein Link aus einer Menüleiste kann ja schnell zu einem "Block" geformt werden dessen Text nicht Sichtbar ist, dafür aber ein Hintergrundbild erhält. Aber bis auf die Tatsache, dass das CSS in IE6, FF und Opera entsprechend ausschaut, achte ich eigentlich nicht mehr auf "Sonderfälle". JS bekommt eine IE- und Mozilla-Variante und das wars dann auch.
IE5 hat bei mir komplett ausgedient bzw. ich ändere das Design nun nicht für eine Minderheit ab nur weil ein "antiker" Browser ein bestimmtes CSS-Element nicht beherrscht.



Wie arbeitet Ihr? Bzw. arbeitet Ihr auch immer gleich? Also bei privaten Projekten anders als bei kommerziellen? Das ganze gibt wahrscheinlich ein bunt gemischtes Spektrum an Antworten doch als Überblick dürfte es sicher Interessant sein woran sich andere orientieren...

mantiz 17.10.2007 11:11

Ich denke Du wirfst hier verschiedene Dinge durcheinander.
  1. Es gibt die Validität des Codes, welche mir persönlich sehr wichtig ist.
  2. Dann sollte der Code nicht nur valide, sondern auch sematisch sein.
  3. Dann gibt es Hacks, die dafür sorgen, dass eine Seite in den unterschiedlichen Browsern identisch oder zumindest ähnlich aussieht, was aber noch längst nicht bedeutet, dass die Seite barrierefrei bzw. -arm ist.
  4. Und dann gibt es noch Barrierefreiheit bzw. -armut, welche prinzipiell nur aussagt, dass eine Seite von möglichst vielen bzw. "allen" besucht werden kann.
    Soll heißen Blinde mit Screenreader, Seh-Behinderte durch z.B. Kontraste, etc.

Aber eine Seite kann durchaus:
  • valide, aber nicht semantsch sein
  • valide und semantisch, aber nicht barrierearm
  • Meiner Meinung nach: barrierearm, aber invalide
  • valide, semantisch, barrierearm, aber ohne Hacks, wodurch die Seite auf unterschiedlichen Browser unterschiedlich aussieht.

Das sind nur mal so verschiedene Gesichtspunkte, die alle ein wenig ineinerandergreifen, aber eigentlich doch ganz unterschiedlich sind. :)

Wie ich oben schon geschrieben habe, ich versuche immer darauf zu achten, dass meine Seiten valide und semantisch sind und möglichst in IE5.5, IE6.0, FF, Opera, NS7.1 identisch aussehen. Seit neustem schaue ich mir die Seite auch mal im IE7 an und hin und wieder nehme ich ein wenig Anpassungen für den IE5.0 vor.
Barrierefreiheit bzw. -armut steht bei mir im Hintergrund, da ich bisher zu einem Großteil Webanwendungen irgendwo im Backend geschrieben habe, oder aber die Website für eine bestimmten Besuchergruppe war, musste ich mir deswegen noch nicht viele Gedanken machen.

laborix 17.10.2007 13:11

Zitat:

Zitat von Mudder (Beitrag 353367)
Wie arbeitet Ihr?

Barrierefrei :D

Ähm, :oops:, falsche Antwort? Spass beiseite...

Wo fangen wir an? Definition Barrierefrei? Oder wie sieht es ein nicht behinderter Mensch? Oder wie sollte eine zugängliche Webseite aussehen? Oder, oder, oder...

Meine Arbeistweise entspricht, was die Grundstruktur angeht unseren Kriterien für den Sitecheck. Danach kommen Punkte ins Spiel wie,

- ohne Maus bedienbar
- nur mit einer Hand bedienbar
- mit einem Stick/Joypad bedienbar (Hilfsmittel)
- gute Kontraste für Menschen mit Farb- und Sehschwächen
- Screen Reader und Braille Zeile

Um das hier dann ergänzend wieder zurück zu nicht behinderten Menschen zu bringen,

- PDA und Mobile Phone
- Game Konsolen und Fernseher (TV)

was Skalierbarkeit/Schriften/Skip Navigationen vorraussetzt und jetzt wieder zurück zu behinderten Menschen, wie

- selbsterklärende Navigationen, bzw. Navigationen mit eindeutigen Grafiken,

- Rollstuhl Bild für Rollstuhlfahrer
- "00" oder "WC" mit Bildern von Frau/Mann/Rollstuhl

(Bildliche Beispiele aus dem Leben gegrifffen)

So und jetzt mein Lieblingspunkt:

Da ich selber nicht behindert bin, kann ich auch nicht einschätzen, welche Punkte absolut wichtig sind. Diese Diskussion bringt nur dann was, wenn die betroffenen Menschen selber mit diskutieren. Was mit hoher Wahrscheinlichkeit aber nicht der Fall sein wird, deshalb versuche ich mich persönlich (Farb-/Sehschwäche) an die Richtlinien der BITV und der WCAG zu halten.

Loïs Bégué 17.10.2007 13:41

Zitat:

Zitat von Mudder (Beitrag 353367)
...Bzw. arbeitet Ihr auch immer gleich? Also bei privaten Projekten anders als bei kommerziellen?
...woran sich andere orientieren...

Prinzip-bedingt muss man zwischen "privat" und "kommerziell" unterscheiden.

1) "kommerziell" bedeutet "Kunden orientiert"
Im Prinzip, was der Kunde will + was Du als Dienstleister empfehlen vermagst und der Kunde dies akzeptiert bzw. zulässt.

2) "Privat" bedeutet "nach eigenem Ermessen"
Da steht es jeden frei sich bestimmte "Herausforderungen" zu stellen.
Manche Entwickler verfolgen zum Beispiel das (subjektiv sehr hoch gestellte) Prinzip: soweit möglich Barrierefreiheit + (X)HTML/CSS only

Das Problem mit der Barrierfreiheit:
es gibt mehrere Wege dies zu implementieren (oder zu versuchen...), wobei keiner davon perfekt ist.

Es ist unabdingbar, vorrangig die folgende Frage zu beantworten:
- Für welche Zielgruppe? (welche Besucher?)

Dann sind noch weitere Fragen dran:
- Warum oder warum nicht? (z.B. des Prinzipes wegen oder wegen dem Content selbst?)
- Mit welchem maximalen Aufwand?
- Welche Technologien sollten/sollten nicht eingesetzt werden?


Daraus erst lässt sich das "Wie und wie viel?" ableiten.

Dann geht es endlich mit der Implementierung los... siehe u.a. Laborix's Beitrag ;)

max29a 17.10.2007 17:59

hallo,

vorn weg erst mal eins. ich selber bin körperbehindert und denke daher ein bisschen was zu thema barrierenfreiheit im internet sagen zu können.

selber hab ein bisher nur an meiner privaten seite gearbeitet. ich versuche auf dieser seite sehr auf barriere freiheit zu achten.

ich versuch dabei auf punkte wie
  • übersichtliche navigation,
  • mit der tastatur bedienbar,
  • kontrastreiche farbwahl,
  • das die inhalte leicht gelesen werden können (line- height) und nicht zu lange texte,
  • ohne probleme vergrößerbar = scalierbar,
  • das meine seite auf so viel wie möglich browseren gleich aussieht

zu achten. was mir sicher nicht immer gelingt.

selbige maßstäbe lege ich auch bei den privaten seiten die ich besuche an.

das klingt vielleicht jetzt ein bisschen hochnäsig, aber ich bin behindert und kann daher barrieren nicht gebrauchen. sei es im normalen leben als auch im internet.

ich wünsche euch noch einen schönen abend...

gruss

julian

Dieter 18.10.2007 15:28

Hallo, Mudder!

Barrierefreiheit ist ein ziemlich umfassender Begriff - und so umfassend, wie er gemeint ist, sollte man die Umsetzung in der Praxis dann auch handhaben!

Auf die Besonderheiten zu achten, die sich für betimmte Personengruppen mit Behinderungen ergeben, ist natürlich nur die eine Seite. Den Personenkreis mit einem dem Autor missliebigen Browser (IE5) auszuschließen, ist die andere. "Barrierefrei" ist dieses Denken aber nicht!

Peter Buenemann 19.10.2007 10:40

Hallo Mudder,

ich denke, die entscheidende Frage ist die Zielgruppe einer Seite. Baue ich z.B. eine Seite für eine genau definierte Zielgruppe dann kenne ich in der Regel die
Gegebenheiten ziemlich genau. Z.B. bei Seiten in einem Intranet, wo per Firmenpolicy die Verwendung des IE7 vorgeschrieben ist, brauche ich mir um die anderen Browser keine Gedanken machen.
Bei öffentlichen Seiten wirds dann schon schwammiger. Aber auch hier ist die Zielgruppe wichtig.

Persönlich unterstütze ich in der Regel die gängigen Browser FF,Opera und IE >=6. Ältere Browser unterstütze ich nur, wenn es zwingend notwendig ist. Ansonsten bekommen die bei mir ein "CSS-loses" Layout. Durch den strukturierten Code sind die Seiten auch mit diesen Browsern lesbar, wenns auch vielleicht nicht so schön aussieht. Das bringt mich zum nächsten Punkt.
Für sehr wichtig halte ich die Validität des Codes und einen strukturierten und semantisch richtigen Aufbau der Seiten. Das ist meiner Meinung auch die Grundvoraussetzung für eine barrierefreie(arme) Seite.

Barrierearm lässt sich meiner Meinung nach nur schwer fassen. Die einzelnen Anforderungen sind sehr unterschiedlich, sodass in der Regel ein (möglichst guter) Kompromiss raus kommt, mit dem man einigermaßen leben kann. Wie laborix auch schon geschrieben hat, ist es sehr schwierig als Nichtbetroffener die Bedürfnisse einzuschätzen. Tatsache ist, das die meisten sogenannten barrierefreien Seiten von "normalen" Menschen entwickelt werden, und auch nur in den seltensten Fällen diese Seiten von "behinderten" getestet werden. Prüftools und selbsternannte Testgremien können zwar eine Hilfe sein, endgültige Sicherheit gibt es aber dadurch nicht.

Viele der sog. barrierefreien Features machen aber auch bei Seiten, die nicht explizit als barrierefrei ausgewiesen sind, durchaus Sinn und sollten deshalb zum Standard einer ordentlichen Seite gehören. Ich persönlich finde es z.B. immer angenehm wenn ich Schriften skalieren kann.
Die Meinungen gehen da teilweise auch stark auseinander wie man am Beispiel der Tastaturkürzel beobachten kann.

Gruss Peter

Holger71 01.12.2007 18:43

Soweit ich es beurteile ist nahezu keine Webseite wirklich barrierefrei. Seiten, welche sich explizit mit diesem Thema beschäftigen sind meist barrierearm oder nahezu barrierefrei.
Zu diesem Thema stellen sich mir jedoch einige Fragen:
1. Wie hoch ist tatsächlich der Anteil der Webseitenbesucher, welche unter Verwendung von Standardbrowsern wie IE, FF, Epiphany oder Safari NICHT ausreichend den Webseiteninhalten folgen können?
2. Wie reagiert der *nicht-sehgestörte* User auf diese Anpassungen, vor allem hinsichtlich der Usability mit eben *normalen* Browsern und hinsichtlich der design-orientierten Aspekte?
3. Lohnt sich der Kostenaufwand für derlei Anpassungen für eine meiner Meinung nach absoluten Minderheit die wirklich nicht mit einem *Standardlayout* zurecht kommt?

Vielleicht klingt das ganze etwas hart formuliert aber dennoch stehen die Fragen im Raum ...

Gruß Holger

Scheppertreiber 01.12.2007 19:04

Wie arbeitet zB ein Blinder mit einem Medium wie dem Internet ?
Wie gibt er eine URI ein ?
Was hat ein Rollstuhlfahrer mit barrierefreien Webseiten zu tun ?

Ich vermute, optimae Bedienbarkeit ist ein Synonym für Barrierefreiheit. Also
logische Bedienung, Verzicht auf unnütze Gimmicks, klar und sachlich.

Ein sinnvolles (ihr nennt das "Semantisches") HTML ist da klar von Vorteil,
Validität eine Grundvorraussetzung.

--

Nebenbei auch für den Erzeuger der Webseiten. Ich merke immer mehr, wie
mich die Überlegungen in diesem Forum in diese Richtung drängen und profitiere
ziemlich viel davon. Weiter so. HTML ist als Programmiersprache ('türlich ist sie das)
eine Anleitung zur Schlamperei weil die Browser Fehler korrigieren anstatt
solche Sachen abzulehnen wie es ein Compiler macht. Den Grund für die
daraus resultierende Selbstdisziplin muß man erst mal einsehen. Das macht
uA dieses Forum. Zumindest für mich *schmatz*.

Geronimo 01.12.2007 19:24

Zitat:

Zitat von Holger71 (Beitrag 360340)
2. Wie reagiert der *nicht-sehgestörte* User auf diese Anpassungen, vor allem hinsichtlich der Usability mit eben *normalen* Browsern und hinsichtlich der design-orientierten Aspekte?

Wie erkennt man, dass eine Website barrierearm ist? Idealerweise gar nicht.

Zitat:

Zitat von Scheppertreiber (Beitrag 360343)
HTML ist als Programmiersprache ('türlich ist sie das) eine Anleitung zur Schlamperei weil die Browser Fehler korrigieren anstatt solche Sachen abzulehnen wie es ein Compiler macht.

Nein. HTML ist eine erfreulich einfache Textauszeichnungssprache und hat mit einer Programmiersprache absolut nichts gemein. Ob die gewählte Auszeichnung sinnvoll ist kann nur der Webautor entscheiden, ein Validator macht lediglich auf Abweichungen vom angestrebten Standard aufmerksam.

laborix 01.12.2007 20:12

Zitat:

Zitat von Holger71 (Beitrag 360340)
Zu diesem Thema stellen sich mir jedoch einige Fragen:
1. Wie hoch ist tatsächlich der Anteil der Webseitenbesucher, welche unter Verwendung von Standardbrowsern wie IE, FF, Epiphany oder Safari NICHT ausreichend den Webseiteninhalten folgen können?

Zumindest 0.0000000x%, wie ich. Wenn sich die Webseite nicht meinem Browser anpasst, so sehe ich nicht alles. Wenn ich dann die Schrift (im IE) oder Content (mittels FF/Opera/Safari) vergrößere, muss ich scrollen. Somit kann ich nicht mehr "ausrreichend" dem Webinhalt folgen :)

Zitat:

Zitat von Holger71 (Beitrag 360340)
2. Wie reagiert der *nicht-sehgestörte* User auf diese Anpassungen, vor allem hinsichtlich der Usability mit eben *normalen* Browsern und hinsichtlich der design-orientierten Aspekte?

Es gibt auch körperlich (zum Beispiel keine Mausbedienung) und geistig Behinderte (kein logischer sauberer Aufbau mit selbsterklärender einfacher Navigation/Inhalten). Nur so nebenbei, bediene mal alle Webseiten nur mit einer Hand mittels Tastatur. Ich wünsche viel Spass...

Zitat:

Zitat von Holger71 (Beitrag 360340)
3. Lohnt sich der Kostenaufwand für derlei Anpassungen für eine meiner Meinung nach absoluten Minderheit die wirklich nicht mit einem *Standardlayout* zurecht kommt?

Auf jeden Fall, da nicht nur behinderte Menschen davon profitieren ;)

hubspe 01.12.2007 20:38

Hallo zusammen,

Zitat:

Zitat von Holger:
1. Wie hoch ist tatsächlich der Anteil der Webseitenbesucher, welche unter Verwendung von Standardbrowsern wie IE, FF, Epiphany oder Safari NICHT ausreichend den Webseiteninhalten folgen können?
3. Lohnt sich der Kostenaufwand für derlei Anpassungen für eine meiner Meinung nach absoluten Minderheit die wirklich nicht mit einem *Standardlayout* zurecht kommt?
Frage 2 hat Designfanatiker schon beantwortet.

Zu 1: Die Frage stelle ich mir nie. Standard ist erstmal, das es im aktuellen FF, Opera, Netscape, IE7 und im alten IE6 gleich aussieht.

zu 3: Auch uninteressant, weil wenn ich mir diese Frage stellen muss stimmt mit meiner Arbeitsweise etwas nicht.

Meine Arbeitsweise:
-semantischen, validen Code schreiben.
-Sprunglinks oben und unten zum Text und zur Navi sind automatisch
vorgesehen, müssen nur noch angepaßt und evtl. ergänzt werden.
-Farben für Hintergrund und Text werden automatisch mit dem CCA
angepaßt.
-Textbreite und Linienabstand okay?
-Schrift skalierbar (in em oder %)?
-Browserunterschiede werden angepaßt.
-Ist die Seite übersichtlich.
-Mit der Tastatur bedienbar.

Liste wird ständig ergänzt und aktualisiert.;)

Wenn ich die Liste abgearbeitet habe ist von mir schon viel Barrierefreiheit hineingebracht worden.

Ist man wegen diverser Kundenwünsche in der Hinsicht stark eingeengt kann man natürlich nix machen.
Wahrscheinlich merkt der Kunde aber gar nicht wenn man das alles berücksichtigt hat (siehe Designfanatikers Antwort!).:)

Viele Grüße
Klaus

Scheppertreiber 01.12.2007 20:46

Ist eine Seite barrierefrei wenn sie:

* semantisch ok
* keine Fehler enthält
* logisch aufgebaut

ist ? Ich denke eher ja. Der Rest ist Technik.

code_junkie 02.12.2007 10:53

Zitat:

Zitat von laborix (Beitrag 360351)
Nur so nebenbei, bediene mal alle Webseiten nur mit einer Hand mittels Tastatur. Ich wünsche viel Spass...

Da es auf jedem aktuellen (?) Betriebssystem auch die Option gibt den Ziffernblock als Mausersatz zu verwenden, fällt das nicht wirklich schwer. *G*

Peter Buenemann 02.12.2007 12:09

Hi,

Zitat:

Zitat von code_junkie (Beitrag 360392)
Da es auf jedem aktuellen (?) Betriebssystem auch die Option gibt den Ziffernblock als Mausersatz zu verwenden, fällt das nicht wirklich schwer. *G*

Mein Notebook hat keinen Ziffernblock :(

Gruss Peter

Geronimo 02.12.2007 12:34

Zitat:

Zitat von Peter Buenemann (Beitrag 360412)
Mein Notebook hat keinen Ziffernblock :(

Sicher? Bei den meisten Geräten ist er in die normale Tastatur integriert und kann über eine Taste oder Tastenkombination aktiviert werden.

laborix 02.12.2007 15:37

Zitat:

Zitat von code_junkie (Beitrag 360392)
Da es auf jedem aktuellen (?) Betriebssystem auch die Option gibt den Ziffernblock als Mausersatz zu verwenden, fällt das nicht wirklich schwer. *G*

Ich bezog das eigentlich darauf, das viele Webseiten (zum Beispiel CSS Tab Menu oder CSS Aufklapp Menu) nicht per Tastatur zu bedienen sind :)

laborix 02.12.2007 15:39

Zitat:

Zitat von designfanatiker (Beitrag 360413)
Sicher? Bei den meisten Geräten ist er in die normale Tastatur integriert und kann über eine Taste oder Tastenkombination aktiviert werden.

Doppelte Tastenbelegungen ("STRG++" oder Notebook "FN+Ziffernblock") sind mit einem Stick/Joypad nicht zu bedienen, wenn man motorisch eingeschränkt ist.

Geronimo 02.12.2007 15:43

Zitat:

Zitat von laborix (Beitrag 360451)
Doppelte Tastenbelegungen ("STRG++" oder Notebook "FN+Ziffernblock") sind mit einem Stick/Joypad nicht zu bedienen, wenn man motorisch eingeschränkt ist.

Möglich. Für diese Diskussion aber ohne Bedeutung.

Loïs Bégué 02.12.2007 17:32

Zitat:

Zitat von Scheppertreiber (Beitrag 360355)
Ist eine Seite barrierefrei wenn sie:

* semantisch ok
* keine Fehler enthält
* logisch aufgebaut

ist ? Ich denke eher ja. Der Rest ist Technik.

Uppppsssss... Auch wenn ich verstehe was Du gemeint hast:
Solche Wertungen sind einfach nicht drin (nicht machbar bzw. ergeben keinen Sinn ohne zusätzliche Eingrenzung der Parametern).
Denke z.B. an Flash-Seiten, die alle diese Bedingungen erfüllen: sind lange nicht barrierefrei. ;)

Barrierefreiheit muss explizit festgestellt werden. Durch spezifischen Tests. Ohne "wenn" und "aber".

Zitat:

Zitat von Holger71 (Beitrag 360340)
Soweit ich es beurteile ist nahezu keine Webseite wirklich barrierefrei. Seiten, welche sich explizit mit diesem Thema beschäftigen sind meist barrierearm oder nahezu barrierefrei.
Zu diesem Thema stellen sich mir jedoch einige Fragen:
1. Wie hoch ist tatsächlich der Anteil der Webseitenbesucher, welche unter Verwendung von Standardbrowsern wie IE, FF, Epiphany oder Safari NICHT ausreichend den Webseiteninhalten folgen können? ...

Zur Info:
Ob "Webseitenbesucher" oder nicht , es gibt allein in Deutschland über 300.000 Sehbehinderte. :!:
Die Zahl der Personen, die unter anderen Behinderungen leiden ist mir zwar nicht bekannt und der Anteil an "viel älteren" sehbehinderten Mitbürger ebenso wenig... aber >300.000 ? Das ist doch etwas, oder?

Vergiss bitte nicht: das Ausschließen einer Gruppe aus dem Gesellschaftsleben führt zu nichts Gutes... :(

Scheppertreiber 02.12.2007 19:02

Sers Lois,

Flash und so ein Zeugs hatte ich vergessen. Ist für eine "gute" Seite mE aber
auch nicht notwendig. Wenn ich mir zB spiegel.de anschaue freue ich mich über
den Flash-Blocker (es grenzt an Belästigung).

Was ich meinte ist, wenn die Seite von der Struktur her sinnvoll und die Trennung
von Struktur/Inhalt und Gestaltung vernündftig gemacht wurde, sollte sie schon
"barrierarm" sein.

Im Ernst, wie ruft ein Sehbehinderter überhaupt eine Website auf ?
Wie funktioniert das ? Spracheingabe ?

laborix 02.12.2007 19:38

Zitat:

Zitat von Scheppertreiber (Beitrag 360470)
Flash und so ein Zeugs hatte ich vergessen. Ist für eine "gute" Seite mE aber auch nicht notwendig.

Adobe FlashPlayer ab Version 8 ist mit ActiveScript barrierefrei für Tastaturnutzer und Screenreader. Vorraussetzung ist allerdings, das das durch ActiveScript auch eingebaut wurde.

Zitat:

Zitat von Scheppertreiber (Beitrag 360470)
Im Ernst, wie ruft ein Sehbehinderter überhaupt eine Website auf ?
Wie funktioniert das ? Spracheingabe ?

Schau dir das mal an:
WAVE 3.0
So in etwa...

Aber im Ernst, lade dir OffByOne für Windows herunter und schaue dir eine Webseite damit an. Du wirst erstaunt sein, was so alles auftaucht was unsichtbar gemacht wurde.

Da ich eine Farb- und Sehschwäche habe, aber eigentlich nicht richtig sehbehindert bin, mache ich das wie folgt:

- URL eingeben
- versuchen zu lesen?
- versuchen zu vergrößern
- erneut versuchen zu lesen?
- CSS abschalten und den Browser auf "Zugänglich" schalten

Habe ich weiterhin Schwierigkeiten, verlasse ich diese Seite (mittels Tastatur oder Maus, je nachdem was ich sehe :D ).

Scheppertreiber 02.12.2007 19:50

Danke, sehr interessant. Das Offbyone kann aber anscheinend auch nicht
gerade alles. Mit meinem CSS und iframes hat's Probleme.

Loïs Bégué 03.12.2007 12:38

Zitat:

Zitat von laborix (Beitrag 360473)
...Da ich eine Farb- und Sehschwäche habe, aber eigentlich nicht richtig sehbehindert bin...

Ich würde sagen, Du bist sehbehindert.
Zumindest sollten Seiten-Bauer dies so betrachten. Sonst kommst Du am Ende zu kurz dran.

@ALL:

Übrigens, es ist ein weit verbreitetes Irrtum zu glauben, das Wort "Blind" bezeichne Personen, die nichts sehen:
Als Blind werden schon diejenigen amtlich bezeichnet, die ab 75-80% der normalen Sehkraft/Fähigkeiten nicht besitzen.

laborix 03.12.2007 12:57

Zitat:

Zitat von Loïs Bégué (Beitrag 360555)
Ich würde sagen, Du bist sehbehindert.

Endlich Gewissheit :lol:

Zitat:

Zitat von Loïs Bégué (Beitrag 360555)
Sonst kommst Du am Ende zu kurz dran.

Geht gar nicht, da meine Tastatur etwa 40cm vom "Blind"schirm entfernt liegt :mrgreen:

Scheppertreiber 03.12.2007 18:47

Wie kommst Du dann eigentlich mit diesen niedlich kleine Pfeilchen zurecht mit
denen hier im Forum der jeweils letzte Beitrag aufgerufen wird ? Da tue ich mir
als sehender Grobmotoriker schon etwas schwierig.

Geronimo 03.12.2007 18:53

Niedliche kleine Pfeilchen? Wo?

Scheppertreiber 03.12.2007 18:56

Zitat:

Zitat von designfanatiker (Beitrag 360594)
Niedliche kleine Pfeilchen? Wo?

Rechts neben dem "heute ... von"...

Geronimo 03.12.2007 18:58

Zitat:

Zitat von Scheppertreiber (Beitrag 360595)
Rechts neben dem "heute ... von"...

Oha. Die hab' ich glatt übersehen. Ich find's ohnehin sinnvoller zum letzten ungelesenen Beitrag zu springen.

Scheppertreiber 03.12.2007 19:01

Eben. Ich doch zuerst auch.

Ich bin nicht sehbehindert (ok, hängt ein wenig von Maddin ab) und habe den
auch erst nach einer Weile entdeckt. Das Knöpfle ist recht winzig.

Ich weiß nicht, inwieweit ein Sehbehinder überhaupt mit graphischen Elementen
arbeitet. Man könnte so etwas aber größer machen. Gibt es da Konventionen ?

Timo 03.12.2007 19:21

Zitat:

Zitat von Scheppertreiber (Beitrag 360598)
Eben. Ich doch zuerst auch.

Ich bin nicht sehbehindert (ok, hängt ein wenig von Maddin ab) und habe den
auch erst nach einer Weile entdeckt. Das Knöpfle ist recht winzig.

Ich weiß nicht, inwieweit ein Sehbehinder überhaupt mit graphischen Elementen
arbeitet. Man könnte so etwas aber größer machen. Gibt es da Konventionen ?

Der Button is geschickt.

Und ein Sehbehinderter mit einem Screenreader wird hören "Gehe zum letzten Beitrag" denn das is der "Alt-Text" von dem Button :)

laborix 03.12.2007 20:49

Zitat:

Zitat von Scheppertreiber (Beitrag 360593)
Wie kommst Du dann eigentlich mit diesen niedlich kleine Pfeilchen zurecht...?

Etwas versteckt, also nicht genutzt :)

Hier spielt auch etwas die Farbe mit rein, aber hier im Forum konzentriere ich mich eigentlich auf:

"Beitrag (1,2,3...letzten)"

Also die Zahl wählen oder zum "letzten" springen (Natürlich mit der Maus und aktiviertem CSS 8) )


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