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Alt 26.11.2009, 22:23
andir andir ist offline
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Standard Entwicklung der Webtechnologie: Graceful degradation oder progressive enhancement?

Der parallele Einsatz unterschiedlicher Standards oder Recommendations oder gar Drafts, was sowohl HTML als auch CSS angeht, in einem Livesystem, kommt langsam in Mode.
In Teilen hin und wieder eingesetzt, sieht man jetzt verstärkt Bekenntnisse diverser prominenter Autoren, die sich dieses Themas annehmen. Diese haben unterschiedliche Herangehensweisen, was sich - möglicherweise - in der Namensfindung der Begriffe niederschlägt.

Dan Cederholm (Simplebits, Bulletproof Web Design, Handcrafted CSS) hat darauf hingewiesen, dass der Begriff "graceful degradation" (~sanfte Herabsetzung) irgendwann im Jahr 200(0)1 von einem Kollegen erwähnt wurde. Dan C. hat ihn jedenfalls bekanntgemacht. Gemeint war, meines Erachtens, damals der an Bekanntheit und Beliebtheit gewinnende Ansatz der Zugänglichkeit (Accessibility). Damals neuere Features wie JS-Frameworks, CSS-Anweisungen und dergleichen mehr sollten nicht dazu führen, dass Menschen bei Benutzung bestimmter UA's (~Browsern) eine Webseite nicht mehr oder nur unter Schwierigkeiten bedienen konnten. Bekanntestes Beispiel ist der konsequente Einsatz von noscript-Tags in Inline-Javascript.

Mittlerweile ist der Accessibility-Ansatz bei guten Webautoren selbstverständlich ** - und damit ändert sich auch die Wahrnehmung.
**(leider nicht bei allen - es gibt genug, die davon nichts wissen... und das sind Profis in dem Sinne, dass sie damit ihr Geld verdienen)

Wenn Accessibility für diese Autoren selbstverständlich geworden ist, ist es das Thema der Entwicklung noch lange nicht. HTML 5 und CSS 3 bieten eine Reihe faszinierender Möglichkeiten mit schlanken Code grundlegende, in der Regel visuelle, Gestaltungsbedürfnisse befriedigen zu können. Ungefähr die Hälfte aller Browser - was den Verbreitungsgrad angeht, unterstützen mittlerweile erhebliche Teile nicht nur von CSS 2.1, sondern auch von CSS 3.

Das geht von visuellen Anweisungen wie border-radius, text-shadow, @font-face, RGBa, multi-column und opacity über , hm, fast interaktiven Sachen wie :target und css-transitions und transformations Klick mich bis zu strukturellen Dingen wie :nth Child, was ganz neue Möglichkeiten der Selektorenansprache verspricht.

Seitdem CSS 3 in Teilen recht gut unterstützt wird, wird statt von "graceful degradation" zu sprechen, lieber von "progressive enhancement" (Zoe Gillenwater u.a.) oder von "progressive enrichment" (Dan Cederholm seit Neuerem) gesprochen.

Die Verwendung solcher Anweisungen kann bei trafficlastigen Seiten große Vorteile haben: Anstelle des Einsatzes von Javascript oder unnötigen HTML-Elementen mit (Hintergrund-)Grafiken bekommt die eine Hälfte schlanken Code und der Rest (IE..) eben etwas mehr.

Man kann sich sicherlich fragen, ob vor allem die visuellen Anweisungen unbedingt nötig gewesen wären: Nichts, was mit Javascript nicht auch irgendwie ginge.

Andererseits: Ist der Begriff "progressive Irgendwas" gerechtfertigt - setzt er doch meines Erachtens (s.o.) "graceful degradation" voraus ---- oder sind das nur zwei Seiten einer Medaille?

Auf eine Diskussion freut sich
__________________
Grüsse Andreas- auch mal wieder da...

Design isn't about the tools, it's about creating the best experience for the user. A design should be based on usability, accesibility, aesthetics, but never on floats, lists or background images. ( by Cameron Adams)
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